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Patienten-Telefon: 0551-39 20 200

Das Parkinson-Zentrum versteht sich als interdisziplinäres Referenzzentrum. Wir möchten die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen bei Diagnostik und Therapie von Patienten mit der Parkinson'schen Erkrankung und benachbarten Krankheitsbildern unterstützen, können jedoch nicht für jeden zugewiesenen Patienten eine langfristige Betreuung gewährleisten. Neben der Funktion als Referenzzentrum werden an beiden Standorten klinische Studien durchgeführt, für welche wir kontinuierlich geeignete Patienten suchen. Einen Termin für eine ambulante Vorstellung können Sie über unser Patienten-Telefon 0551-39 20 200 vereinbaren.


Diagnose

Wir empfehlen die Vorstellung in unserem Zentrum bei folgenden Fragestellungen:
Therapie

Wir empfehlen die Vorstellung in unserem Zentrum bei folgenden Fragestellungen:
Studien

An unserem Zentrum werden kontinuierlich verschiedene klinische Studien zu unterschiedlichen Aspekten der Parkinson-Erkrankung durchgeführt. Wir freuen uns über die Zuweisung von Patienten, die an einer Studie teilnehmen möchten. Weitere Informationen können Sie persönlich unter der Telefonnummer: 0551-39 20 200 erhalten. Unser Zentrum nimmt gegenwärtig unter anderem an folgender klinischen Studie teil:

PPMI (Parkinson's Progression Markers Initiative)
Biomarker-Langzeit-Beobachtung ohne Therapie für 6 Monate
Gesucht werden Parkinson-Patienten, unbehandelt oder Kontroll-Personen: keine positive Familienanamnese, keine neurologischen Erkrankungen, keine Wirbelsäulenerkrankungen

www.ppmi-info.org



Experimentelle Therapien beim M. Parkinson

Neben den etablierten medikamentösen und chirurgischen Therapiemöglichkeiten gab es in den letzten Jahrzehnten zahlreiche experimentelle Therapieansätze, vor allem um das dopaminerge Defizit wiederherzustellen. Die unten erwähnten Therapien sind sämtlichst im Rahmen von Studien durchgeführt worden und bisher nicht für die reguläre Behandlung von Parkinsonpatienten zugelassen.

Zellbasierte Therapieverfahren
Die ersten experimentellen Therapieversuche mit transplantierten embryonalen Zellen bei Parkinsonpatienten wurden schon in den 1980er Jahren durchgeführt. Hierbei wurde versucht, das dopaminerge Defizit, welches im Striatum von Parkinsonpatienten besteht, durch Transplantation von embryonalen dopaminproduzierenden Zellen zu beheben. In experimentellen Studien wurden hierbei embryonale Vorläuferzellen aus dem Mittelhirn von Föten in das Striatum implantiert. Andere Ansätze versuchen das Potenzial von Stammzellen für die Produktion von Dopamin zu nutzen. Für eine klinische Anwendung sind diese Verfahren zum heutigen Zeitpunkt weder hinsichtlich ihrer Wirkungen noch im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen ausreichend untersucht. Neuere Studien versuchen derzeit, aus Hautbiopsien Zellkulturen für neuronale dopaminerge Zellen zur Transplantation herzustellen.

Wachstumsfaktoren
Proteine, die das Wachstum und das Überleben von Nervenzellen fördern, werden neurotrophe Faktoren, einfacher Wachstumsfaktoren, genannt. Für dopaminerge Zellen haben hierbei vor allem der glial-cell line derived neurotrohic factor (GDNF), Neurotrophin-4 (NT-4) sowie Neurturin positive Effekte gezeigt. Die Darreichung dieser Wachstumsfaktoren stellt eine besondere Herausforderung dar. Da sie kaum die Blut-Hirn-Schranke überwinden, wurde beispielsweise in einer Studie GDNF über Mikrokatheter und Minipumpen direkt ins Putamen der Patienten injiziert. Obwohl ein positiver Effekt auf die Motorik in einer offenen Studie gesehen wurde, konnten diese Ergebnisse in einer größeren, randomisierten und verblindeten Studie nicht reproduziert werden. Daher kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit von einem generellen Nutzen dieser Therapie für Parkinsonpatienten gesprochen werden.
Ein erster Faktor, der wiederum Wachstumsfaktoren im Gehirn stimuliert, kann jetzt im Rahmen einer Studie (s.o. PYM-Studie) verabreicht werden.

Virale Vektoren
Um die Darreichung von Wachstumsfaktoren zu erleichtern, können genetisch veränderte Viruspartikel genutzt werden, welche nach Injektion in die Zielstruktur (z.B. das Putamen) die dort vorhandenen Nervenzellen zur Produktion dieser Faktoren anregen. In Tierexperimenten konnten diese sog. viralen Vektoren beispielsweise die Produktion von GDNF erhöhen. In einer experimentellen Studie, bei welcher der Wachstumsfaktor Neurturin mit Hilfe von sog. AAV-Vektoren exprimiert wurde, zeigte sich zwar keine klinische Besserung nach 12 Monaten, jedoch möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt. Auch hier kann daher aktuell noch nicht abschließend gesagt werden, ob eine solche Therapie langfristig erfolgversprechend für den Patienten ist.



Literatur

Folgenden Publikationen sind empfehlenswert.



Links

zur Deutschen Gesellschaft für Neurologie:
http://www.dgn.org

zum Kompetenznetz Parkinson:
http://www.kompetenznetz-parkinson.de

Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Neurologie:
http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/LL2008/ll08kap_009.pdf

Deutsche Parkinsongesellschaft:
http://www.parkinson-gesellschaft.de